CATEGORY / Culture

Mit Housebeats und Pop-Elektro rettete Mr Oizo unfreiwillig die amerikanische Jeansfirma Levi’s. Die Handpuppe Flat Eric, der Song und die dazugehörige Werbung waren in aller, wirklich in aller, Munde. Quentin Dupieux, so sein bürgerlicher Name, war nie auf den aufgekommenen Rummel aus und macht mit seiner Musik den meisten Flat Eric Kuscheltier-Besitzern wohl auch eher Angst. Zu den Tantiemen sagte er verständlicherweise aber auch nicht Nein und finanzierte sich dadurch ein eigenes Studio und setzte mit diversen Filmprojekten, die wieder eher ihm und nicht den Kuscheltierbesitzern gefielen, horrende Summen in den Sand.

Diese Woche tauchte ein “Trailer” zu einem weiteren seiner angekündigten Projekte an. Flat Eric als Film, u.a. mit schauspielerischem Einsatz von Pharrell. Ob der Streifen seinen Abschluss findet, ist fragwürdig, den sehenswerten Filmschnipsel gibt es nach einem Klick auf mehr zu sehen.

Als stiller, medienscheuer Musikproduzent, vorzugsweise für das Label Ed Banger und seine Künstler, verdient er bis heute seine Brötchen im Hintergrund. Nebenbei ist Oizo noch Werbe- und Clipfilmer (u.a. Laurent Garnier), produziert wen er will (u.a. Sebastian Tellier) und hat heimlich, still und leise 2004 das zweite Mr.Oizo-Album ‘Moustache (Half A Scissor) fertiggestellt.

“this movie will probably never exist. enjoy!” – Mr. Oizo


Direktlink zum Video auf Vimeo


Nach dem preisgekrönten Film „Gegen die Wand“ ist es still geworden um Sibel Kekilli. Jetzt meldet sie sich mit „Die Fremde“, einem Ehrenmord-Drama, eindrucksvoll zurück. Der Film erzählt die Geschichte der jungen Mutter Umay, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann aus Istanbul flieht, um zu ihrer Familie nach Berlin zurückzukehren. Die anfängliche Freude über das Wiedersehen weilt nur kurz.

Die Schande die Umay durch das Verlassen ihres Ehemanns über die Familie gebracht hat, wiegt stärker als jede familiäre Zuneigung. Umay flüchtet erneut in ein Frauenhaus, später in eine eigene Wohnung. Die junge Frau versucht immer wieder eine Versöhnung mit ihrer Familie herbeizuführen, vergeblich.

Das Debüt der Regisseurin Feo Aladag ist gerade deshalb so eindringlich, weil Umay aus einer integrierten türkischen Familie stammt. Sibel Kekilli wirkt als „Fremde“ so authentisch und intensiv, weil sie Umays Schicksal in gewisser Weise teilt, die Deutschtürkin wurde selbst von ihrer Familie verstoßen. Auch Demütigung kennt Kekilli nur zu gut, nach dem großen Erfolg von „Gegen die Wand“ wurde die Schauspielerin von der „Bild“ als ehemalige Pornodarstellerin entlarvt und vorgeführt. “Die Fremde“ ist ein Familiendrama in dem es eigentlich nur Opfer gibt, Opfer von verschiedenen Gesellschaften, die zusammen aber nicht gemeinsam leben.

Atribut: sehenswert


Direktlink zum Video auf Youtube



Direktlink zum Video auf Vimeo

Timelapse-Filme sind ja ein ganz außergewöhnliches Genre der Filmkunst. Wobei man sagen muss, dass nicht jeder wirklich überzeugt. Was Philip Bloom in Dubai gemacht, ist allerdings der Hammer!

Sky wurde von Philip Bloom in Dubai über 5 Tage und Nächte aufgenommen. Wahnsinn!


Man hätte dieser Tage nicht in der Haut der armen Promis stecken wollen, die sich für ihren Hungerlohn auf den roten Teppichen der Berlinale allesamt eine Lungenentzündung zuzogen. Da fiel das Lächeln schwer, wenn man nur mit einem Hauch von Haut-Couture bekleidet bei minus 200 Grad für die Kameras posieren muss. Wohl dem der sich schon den Status einer Anke Engelke erwirtschaftet hat und es sich leisten konnte, den roten Teppich zu schwänzen.

Zu all dem Elend hat einer allen die Show gestohlen, der “Leo” . Spätestens seit Titanic sind mindestens die Hälfte der Frauen von 12-65 dem zarten Jüngling verfallen und die Berichterstattung der Berlinale drehte sich außer um die bibbernden Promis vor allem darum, wo “Leo” dinierte und wann er mit seiner “Bar” an der Bar abstürzte.

Düster wie die Stimmung der frierenden Promis, waren dieses Jahr auch die Beiträge des Filmfestivals. In “Ghostwriter” wird ein britischer Ex-Premier Geisel seiner eigenen politischen Verstrickungen. Roman Pollanski wurde für diesen Beitrag mit dem Regie-Bären ausgezeichnet. Auch “The Killer Insider Me” ist schwerer Stoff, der Film gibt einen tiefen schonungslosen Einblick in die Seele eines Serienmördes. In dem Werk des viel gerühmten Regisseurs Martin Scorsese, verliert ein US-Marschall (Leonardo di Caprio) auf der Gefängnisinsel Shutter Island  den Verstand.
Selbst leichtere Beiträge wie zum Beispiel “Greenberg”, eine Satire mit Ben Stiller, kommen nicht ohne Melancholie aus.

Neben dem Leitmotiv :”verlorene Männern gefangen an unheimlichen Orten, oder in ihrer eigenen Psychose”, gab es ein weiteres, und zwar “Familie”.
In Beiträgen, wie dem Gewinner “Bal”-Honig”, dem Roadmovie “Mammut”, mit Gerard Depardieu als pensionierter Schlachthofarbeiter auf der Suche nach sich Selbst und “Eine Familie” von Pernille Fischer Christensen, beschäftigten sich die Regisseure ausgiebig mit der kleinsten Sozialeinheit.

Wie oben bereits erwähnt, ging der goldene Bär an den Film “Bal-Honig”. Dem letzten Teil einer rückwärts erzählten, autobiographischen Trilogie von Semih Kaplanoglu. Ei-Milch-Honig, die Trilogie die sich zunächst wie ein Pfannkuchenrezept anhört, behandelt das Leben von Yussuf, einem Jungen aus der anatloischen Provinz. Die deutsch-türkische Koproduktion “Honig” beschäftigt sich mit einem sechsjährigen, dessen Vater, ein Bienenzüchter, spurlos im Bergwald verschwindet. Der Junge hört daraufhin auf zu sprechen und begibt sich später selbst auf die Suche nach seinem Vater. Der poetische Film, der von verschiedenen Kritikern als kantenlos, sowie harmlos, bezeichnet wurde, besticht vor allem durch seine schönen und eindringlichen Naturbilder.

Die sechzigste Berlinale sei “kalt aber cool” gewesen verkündete Dieter Kosslick, der Festivalchef, auf der Abschlussgala des Festivals. Jedoch bleibt der Coolnessfaktor trotz Besucherrekords von 300.000 Cineasten fragwürdig, da große Stars wie Penelope Cruz, Jessica Alba, Nicole Kidman, Sophia Loren und Judi Dench bei der Premiere ihrer Filme durch Abwesenheit glänzten. Ein Glück, dass wenigstens auf unseren Leo Verlass ist.


19. Dezember 2009 bis 28. Februar 2010 Saarlandmuseum, Moderne Galerie

Marc Chagall

Das Saarlandmuseum zeigt ab dem 19. Dezember Werke des Künstlers Marc Chagall. 
Die Ausstellung umfasst rund 200 Arbeiten auf Papier, begleitet von einer Gruppe von 
Gemälden aus bedeutenden europäischen Sammlungen.  

Die Präsentation legt einen Schwerpunkt  auf die literarische Seite im Werk Chagalls. 
Dabei sollen die Fragen nach den lyrischen und mythologischen Tendenzen wie auch nach dem spezifischen Surrealismus Chagalls in Stil und Ikonographie näher untersucht
werden. Das solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Um später einen Einblick in das Schaffen eines solchen Ausnahme-Künstlers zu erhalten, müsst ihr sehr weit fahren. Also nix wie hin!

www.saarlandmuseum.de



Direktlink zum Video auf Youtube

Als Reporter Bob Wilton (Ewan McGregor) den Soldaten Lyn Cassady (George Clooney) kennenlernt, stolpert er über die Story seines Lebens. Cassady behauptet, zu einer geheimen Militäreinheit zu gehören, deren Mitglieder Gedanken lesen, durch Wände laufen und sogar Ziegen durch Angucken töten können. Nun ist der Gründer des Programms, Bill Django (Jeff Bridges), verschwunden und Cassady ist auf einer Mission, ihn zu finden. Fasziniert von den Geschichten seines neuen Freundes schließt Wilton sich an – und gerät in ein haarsträubendes Abenteuer… Laut Iljamoto ist der mega.



Direktlink zum Video auf Youtube